Mona Ulverson

Mein Name ist Mona Ulverson, Tochter der Ida Eriksdottir aus Trondheim.


Ida, der Name meiner Mutter, ist alles was mir von ihr geblieben ist. Denn am 14.03.1324 liess sie ihr Leben für meines.
Mein Vater Leiv Johanson, war ein erfolgreicher Händler im Hafen von Trondheim. Er machte keinen Hehl daraus, das mein Dasein und das damit verbundene Ableben seiner geliebten Frau nicht in seine Strukturen passte. Er wollte mich nie haben und doch tat er alles in seiner Macht stehende, um mir meine Kindheit so angenehm wie möglich zu gestalten.
Von fernen Händlern brachte er mir Geschenke mit, beauftragte andere Leute mir das Musizieren zu lehren. Doch er selbst verbrachte so gut wie nie Zeit mit mir.
Meinen Alltag verbrachte ich lieber im Hafen Trondheims, wo ich unter Seeleuten gute Freunde fand; sehr zur Missgunst meines Vaters, da er sich einen frommeren Umgang für mich wünschte. Da ich im Hafen wie zu Hause war, wusste ich stets wann welche Schiffe einliefen oder den Hafen wieder verliessen. So erwartete ich im Jahre 1348 die Rückkehr eines unserer grössten Schiffe von unserer Kolonie Grönland.
Mit Schrecken musste ich feststellen, das nicht nur Güter sondern auch Menschen an Bord waren, die aus ihrem Land geflohen waren. Unter ihnen war auch Wolfbart Ulverson. Ein Mann, der mich obgleich seiner rauen Art, sehr faszinierte. Wir kamen schnell ins Gespräch und es ward Liebe auf den ersten Blick. Sehr zum Ärger meines Vaters, denn von den vertriebenen Graenlendiger wollte er nichts wissen.
Im Jahre 1351 gaben wir uns, ohne den Segen meines Vaters, aber mit dem Segen des Herrn, das Eheversprechen. Mein Vater war ausser sich vor Wut und verstiess mich nun völlig. Das letzte was ich von ihm weiss ist, das er auf einem grossen Handelsschiff Richtung Neues Land aufbrach. So erlebte er auch nicht mehr den Segen der Geburt unserer Tochter Sabine im Jahre 1352. Doch mit dem Segen folgte auch der Fluch. Der schwarze Tod hatte den Hafen von Trondheim fest im Griff und so blieb uns als junge Familie nichts anderes über, als aus der Stadt zu fliehen.
Im Jahre 1353 brachen wir nach Hamburg auf. Die Reise war sehr beschwerlich, doch wir erreichten unser Ziel. Unterwegs berichteten Seeleute von dem Orden zum Schutze christlicher Gemeinden Nordelbiens, dort sollten wir nach Zuflucht und Hilfe fragen.
Zu unserem Glück gewährte uns der Ordensmeister Zutritt zum Orden und sicherte somit unser Überleben. Seitdem stehe ich tief in seiner Schuld und diene dem Orden in tiefster Ergebenheit.


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