Wolfbart Ulverson

Mein Name ist Wolfbart Ulverson, Sohn des Ulver Siegfriedson vom Stamme der Graenlendiger, aber alle nennen mich „den Wolf“.
Geboren wurde ich in Brattahlid im Jahre 1323 unseres Herrn im Monat Mai am 14.Tage. Mein Vater war Ulver Siegfriedson, ein erfahrener Händler und ruhmreicher Krieger, der stehts darum bemüht war Brattahlid zu schützen, die alten Götter zu Ehren und die Fackel der Weisheit an mich weiter zu geben, sowohl im Geschick mit dem Schwert als auch im Glauben an die alten Götter.
Meine Mutter war eine bekennende Christin und Händlerin, welche wohl Worten des Herren lauschte. Sie lehrte mich ihre Sicht der Dinge, die selten im Einklang mit denen meines Vaters waren, dennoch harmonierte unsere Familie.

Um 1345 wurden die Erträge unseres Hofes, durch kälteres Klima, langsam immer niedriger und wir kämpften um unser überleben. Zu verkaufen gab es längst nichts mehr, es reichte knapp für uns selbst.
Zu allem Übel wurde unser Hof in dieser misslichen Lage 1348 von Skraelingern überfallen und ich musste mit eigenen Augen ansehen, wie mein Vater durch das Schwert eines anderen starb. Meine Mutter und ich flohen, wie viele aus Brattahlid.
Einige flohen nach Westen und andere, darunter wir, zurück in das alte Land über den langen Seeweg nach Osten. Wir hofften inständig, dass uns das Schiff, welches stets die Kolonialabgaben von uns holte, uns irgendwo auflesen würde.
Unter dem Einfluss meiner Mutter unter dieser langen und beschwerliche Reise, konvertierte ich komplett zum christlichen Glauben, trage aber meine Wurzeln stets in Farbe in die Haut geschlagen mit mir.
Unter dem Schutz Magnus Errikson des VII, König von Norwegen, erreichten wir den Hafen von Trondheim.
Hier lernte ich die Liebe meines Lebens kennen, welche ich auch 1351 mit dem Segen des Herren ehelichte. Und wir wurden noch weiter beschenkt als 1352 unsere Tochter ward geboren.
Doch die Freude währte nur allzu kurz, denn Trondheim wurde vom schwarzen Tod heim gesucht. Lange konnten wir uns vor ihm verbergen aber als er mir meine Mutter nahm, beschlossen wir 1353 die Flucht mit einem Handelsschiff.
Schon an Bord berichtete man uns, dass es in Hamburg einen Orden zum Schutze christlicher Gemeinden Nordelbiens gäbe, der uns sicher helfen könne. So im Hamburger Hafen angekommen, suchten wir den Ordensmeister auf welcher uns dann auch Zutritt zum Orden gewährte und somit unser Überleben sicherte.
Seitdem unterstütze ich den Orden nach all meinen Kräften, wenn es sein muss mit dem Schwert, im Namen des Herrn aber auch durch Belustigung mit Gaukelei und als Barde erzähle aus vergangenen Tagen und trage somit auch die Geschichten weiter aus den alten Tagen meines Vaters.


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